• Mondseer Perchtenlauf
Bereits seit 1994 veranstaltet der Turn- und Sportverein Mondsee unter der Leitung von Sepp Schoblochner und Sepp Mörtenhuemer (Stoana Sepp) am ersten Adventwochenende den Perchtenlauf in Mondsee. Am Lauf beteiligen sich 6 Perchten-Passen mit insgesamt ca. 140 Perchten (Turnverein Mondsee zusammen mit den Stoana Perchten aus Mondsee, Purtscheller Pass aus St. Gilgen, Schlossteufel aus Mondsee, Irrsee Perchten und die Zarazustra Pass aus Attersee)
Das Perchtenbrauchtum, wie wir es heute kennen, hat mystisch-heidnischen Charakter und lässt sich historisch bis ins Mittelalt
er nachweisen. Bauernburschen verkleideten sich mit Tierfellen und liefen durch den Ort, um die bösen Wintergeister zu vertreiben und die Natur aus dem Winterschlaf zu wecken. Der heutige Begriff "Percht" leitet sich von der Frau Bercht ab, die, so der Glaube, von den Bergen in die Täler herabstieg und für Recht und Ordnung sorgte. Der Brauch des Perchtenlaufs ist hauptsächlich im Alpenraum verbreitet und wird in der Adventzeit und in den Rauhnächten abgehalten.
Eine Perchten-Pass besteht, je nach Herkunft der Pass, neben den Perchten oftmals auch aus dem Bauern, der Haber(n)goaß , dem Bären und den Hexen. Jeder dieser Figuren kommt dabei eine spezielle Aufgabe zu: Der Percht soll das Böse mit Hilfe des Rossschwanzes vertreiben, er streichelt dabei mit dem Rossschwanz die Leut
e und bringt Glück und Fruchtbarkeit. Der Bauer führt die Haber(n)goaß und versucht diese zu zähmen. Die Haber(n)goaß soll ebenso die bösen Geister vertreiben und Glück, und den Bauern eine gute Ernte, bescheren. Die Hexen kehren das Böse aus dem Haus und bringen Glück. Nicht fehlen darf beim Mondseer Perchtenlauf der Nikolaus und die Engerl, welche den braven Kindern kleine Geschenke bringen.
Der Perchtenlauf beim Advent in Mondsee findet am 2. Dezember 2007 statt, der Einlauf der Perchten beginnt um 18:30 Uhr.
• Nikolaus und Krampus
Der heilige Nikolaus von Myra wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof in Kleinasien. Viele Legenden ranken sich um ihn: So soll er u. a. er die Kinder von Myra vor der Entführung durch Seeräuber gerettet haben. Mit dem Fest des
heiligen
Nikolaus (6.
Dezember
) sind eine Reihe von Volksbräuchen Verbunden. So stellen Kinder am Nikolausabend Schuhe und Stiefel vor die Tür, damit sie Nikolaus mit Leckereien fülle. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelte sich dazu ein Einkehrbrauch: begleitet von Schreckgestalten, Teufeln und Tiermasken (Habergeiß), prüft und beschenkt Nikolaus die Kinder (vergl. AEIOU). In der jüngsten Zeit mutieren die teuflischen Begleitgestalten des Nikolaus, die Krampusse, zu
Perchten. Noch heute werden im Mondseeland am 6. Dezember die Kinder vom Nikolaus besucht und nur der echte Nikolaus - so versichern die einheimischen Kinder - hat goldene Schuhe an. Eine lieb geworde Tradition ist die Nikolaus-Schiffahrt auf dem Mondsee.
• Mondseer Chrisbaumtauchen 
Wie oft das Christbaumtauchen im Mondsee schon stattgefunden hat, darüber streiten die Chronisten. Die einen gehen von 41 vorweihnachtlichen Tauchgängen aus, die anderen meinen, heuer wäre erst das 39. Mal. Wie dem auch sei, für die Ortsstelle Mondsee der österreichischen Wasserrettung ist das Christbaumtauchen eine wichtige Tradition. So werden auch heuer wieder 25 Schwimmer und 3 Taucher 3 Christbäume aus dem Mondsee heraustauchen. Danach wird Neptun noch kleine Geschenke an die Kinder verteilen.
• Advent, Advent ... Der Adventkranz
Man möchte es kaum glauben, aber der Advenkranz ist ein vergleichsweise Junger Brauchtum in Österreich. So bürgerte sich der Adventkranz erst Mitte des 20. Jahrhunderts ein, zuerst in den Städten und dann sehr zögernd auch auf dem Land (verlg. Uni Innsbruck) .
Zur Tradition gehört jedoch die Weihe des Adventkranzes. In Mondsee wird die Weihe und das Entzünden der Kerzen besonders feierlich begangen. Beim Riesen-Advenkranz auf der Seewiese finden Feierstunden statt.
Thomas-Tag
Der 21. Dezember ist dem Apostel Thomas gewidmet. Einer der vielen Bräuche zum Thomas-Tag sind die sogenannten Thomas-Orakel. Dabei werden Gerstenkörner gepflanzt, um aus dem wachsenden Grün dasWetter vorherzusagen. Es ist auch Sitte, dass spätestens an diesem Tage Geliehenes zurückgegeben werden soll. Gleichzeitig ist der 21. Dezember auch der kürzeste Tag mit der längsten Nacht.
• Interessantes zum Weihnachtsbaum bei Wikipedia
• backen im Advent - Kekse, Stollen ...
Eine beliebte Form der Brauchtumspflege bei den Mondseer Goldhaubenfrauen ist das Bewahren alter Rezepte. Einer dieser Schätze ist das Lebkuchenrezept nach Maria Salinger (der Großmutter des jetzigen Bezirkhauptmannes), das um 1920 mit einem Preis der Stadt Wien ausgezeichnet wurde.
Lebkuchen
nach Maria Salinger (1987 - 1973)
20 dag echten, flüssigen Bienenhonig, 20 dag Staubzucker, 12 dag Öl und zwei ganze Eier schaumig rühren. Dann 0,5 kg glattes Mehl mit 1 Esslöffel Speisesoda, etwas gemahlene Gewürznelken, 1 Kaffelöffel Zimt und 1/8 l Rum zu einem Teig rühren. Anschließend 5 dag Rosinen und 15 - 20 dag Walnüsse untermengen. In eine Form, ca. 30 x 20 cm geben, obenauf mit Walnusshälften verzieren. Den Teig über Nacht in der Form warm gehen lassen, dann langsam bei 180 0 eine Stunde backen. In Pergamentpapier eingeschlagen hält der Kuchen mehrere Wochen lang frisch. Dünn mit Butter bestrichen schmeckt der Lebkuchen besonders gut.
Die Mondseer Goldhaubenfrauen bieten selbstgemachte Köstlickeiten und hochwertige Bastelarbeiten beim traditionellen Rorate-Café an.
• Bauernregeln für den Advent und Weihnachten
Wenn's Christkindlein Regen weint, vier Wochen keine Sonne scheint
Ist gelind' der Heilig' Christ, der Winter d'rüber wütend ist.
Weihnachten im Schnee, Ostern im Klee
• Barbara-Zweige
Der 4. Dezember ist der Heiligen Barbara geweiht. Als eine der 14 Nothelfer ist sie Schutzpatronin der Bergleute und der Feuerwehr für Glocken und für das Wetter. An ihrem Namenstag schneidet man Haselnuss-, Kirsch- oder Kastanienzweige und neuerdings sehr oft Forsythien und stellt diese in eine Vase mit Wasser an einen warmen Platz . An Heilig Abend sollten die Barbarazweige dann in voller Blüte stehen.
Rorate-Messen
„rorate“ heißt „tauet“ den Namen bekamen diese Messen vom ersten Wort des Eingangsverses: "Rorate coeli desuper" (Tauet, Himmel, von oben), der dem 45. Kapitels des Jesajabuches entnommen ist. Ursprünglich wurden Rorate-Messen als Frühmesse an allen Werktagen im Advent zu Ehren der Gottesmutter Maria gefeiert, zu der alle mit Kerzen in die dunkle Kirche kamen. Noch heute wird kein elektrisches Licht verwendet.
O-Antiphonen
Die O-Antiphonen der letzten Adventswoche bringen in besonderer Weise den freudigen Charakter der Adventszeit zum Ausdruck, die seit ältester Zeit (mit regional unterschiedlichen Akzenten) neben einer Buß- und Fastenzeit auch eine schon weihnachtlich geprägte Zeit Vorfreude war.
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>>Historisches Ambiente beim Advent in Mondsee