Advent in Mondsee

Adventstimmung im Kreuzgang und vor der Basilika

Rorate Messe

Mit Rorate werden im katholischen Festjahr adventliche Morgenmessen bezeichnet. Diese Messe beginnt immer mit dem Eröffnungsvers Rorate caeli desuper (Jesaja 45,8: „Tauet, Himmel, von oben“).

Die Roratemesse war bis zur liturgischen Erneuerung nach dem 2. Vatikanischen Konzil eine Votivmesse zu Ehren Mariens, die ursprünglich nur an den Samstagen der Adventszeit, mancherorts aber auch täglich gefeiert wurde. Wegen des dabei verlesenen Evangeliums von der Verkündigung des Herrn durch den Engel Gabriel bezeichnete man sie auch als Engelämter.

Durch die liturgische Erneuerung wurde der Akzent stärker auf die Erwartung des Herrn gelegt und die einzelnen Tage erhielten je ein komplettes Messformular mit eigenen Schriftlesungen.

Damit rückt zugleich der Ursprung der Namensgebung wieder stärker in den Blick. Der Name Rorate gründet im Introitus des entsprechenden Meßformulars (hier: Introitus des 4. Adventssonntags) und wurde von daher namensgebend für die ganze Messe bzw. auch den betreffenden Tag (z.B. Gaudete = 3. Adventssonntag; Laetare = 4. Fastensonntag).

Quelle: Wikimedia

Quelle: Wikimedia

Der Rorateruf (Rorate caeli desuper = „Tauet ihr Himmel von oben“) artikuliert die sehnsüchtige Erwartung des Volkes Gottes, das die zweite Ankunft des Herrn in Herrlichkeit erwartet.

Rorate bezeichnet insofern gleichsam die Grundgestalt der Adventszeit als einer Zeit der Vorbereitung auf das Kommen des Herrn.

Ein spezielles Augenmerk insbesondere im Hinblick auf die Gestaltung der Roratemessen sollte nach der Liturgiereform auf die Unterscheidung zwischen einer eher traditionellen Komponente (Votivmesse B.M.V. = Marienmesse; Evangelium „in annuntiatione“) und der eigentlichen Adventsthematik (Rorate) gelegt werden. In der liturgischen Praxis erscheint das erste Element bisweilen dominant.

Die Feier in der Morgenfrühe (vor Aufgang des Lichtes, gleichsam Christus als Licht erwartend), „natürlicherweise“ gestaltet unter Einsatz von zahlreichen Kerzen, könnte sich (alternativ zur Marienmesse) verstärkt am Meßformular des 4. Adventssonntags oder aber (gut liturgisch) am Meßformular vom Tag orientieren.

Zum Gesang bieten sich der Introitus des 4. Adventssonntags (ggf. durch eine Schola oder den Kantor) oder aber der klassische Wechselgesang mit Roratekehrvers (Gotteslob 120,4; unter 120,3 auch in deutsch) und bis zu vier Schola- bzw. Vorsängerstrophen (vgl. Liber Usualis S. 1868) an. Ebenso erscheinen Rufe um das Kommen des Herrn (Maranatha u. ä.) geeignet.

Aus dem Rorate hat sich im 18. Jahrhundert das bekannte Adventslied Tauet Himmel den Gerechten entwickelt und der Brauch des Klopferstages.

Quelle: Wikipedia